Bahai - Religion für eine neue Zeit |
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| Beschreibung: Israel ist das Heilige Land der drei großen Offenbarungsreligionen: des Judentum, des Christentum und des Islam. Doch Israel ist auch das Heilige Land einer vierten - noch nicht so bekannten - Weltreligion: der Baha i. Wieso entscheiden sich Österreicher, wie die Familie Penz aus Hall in Tirol dazu, sich dieser neuen Religion anzuschließen? Der 45-jährige Andreas Penz bringt es auf den Punkt: "Weil ich zum ersten Mal von einer Einheit der Menschheit und der Einheit der Religionen gehört habe - das war für mich wie ein Blitzlicht." Für die Dokumentation "Baha i - Religion für eine neue Zeit" besuchte Regisseurin Pia Patricia Schweizer Familie Penz in Tirol und erkundete gemeinsam mit der 22-jährigen Tochter Marina die "Magie" der heiligen Stätten der Baha i in Israel.In Haifa befindet sich das geistige und administrative Zentrum dieser jüngsten Weltreligion. Sie glauben an den einen Gott, haben ihre eigenen Heiligen Schriften und einen Religionsstifter mit dem Namen Baha u llah. Weltweit bekennen sich etwa sechs Millionen Menschen zu diesem Glauben. Die 22-jährige Tochter der Familie Penz, Marina, ist Baha i und hat sich entschieden, ein "Freiwilliges Soziales Jahr" in Haifa zu machen. Die "Hängenden" oder die "Persischen Gärten" der Baha i sind eine perfekte Komposition aus Architektur und Natur. Die neunzehn Terrassen auf dem Berg Karmel wurden gemeinsam mit dem Mausoleum des Bab 2008 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Seit der Eröffnung der Terrassen im Jahr 2001 wurden sie von zwei Millionen Menschen besucht; an manchen Tagen kommen bis zu 3000 Besucher. Die 1953 erbaute goldene Kuppel des Mausoleums, die von den Baha i "Königin des Karmel" genannt wird, ist das Wahrzeichen der Stadt Haifa. Bis heute werden Baha i im Land ihrer Entstehung, im Iran, verfolgt. Sie sind die größte religiöse Minderheit, genießen aber keinerlei Schutz wie Juden oder Christen. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union äußerten sich wiederholt besorgt über die Unterdrückung der Baha í. So wird der Iran in einer UNO-Resolution vom 21. Dezember 2010 erneut wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen und der Diskriminierung von Bahá í scharf verurteilt.Marinas Eltern in Tirol sind vor neun Jahren Baha i geworden. Sie lieben die Berge ihrer Heimat, sind Mitglieder des örtlichen Radlerclubs und spielen Theater. Das Einzige, was sie von ihrem überwiegend katholischen Umfeld unterscheidet, ist ihre Religion. "Es war für mich immer klar, dass es eine höhere Macht gibt, dass es einen Gott gibt, und als ich dann die Baha i-Religion kennengelernt habe, haben sich für mich sehr viele Fragen beantwortet. Es hat mein Leben von der inneren Einstellung wesentlich geändert, alles ist viel größer geworden - und man hat auf einmal vom eigenen Leben über die Landesgrenzen hinaus geschaut.", sagt Andreas Penz rückblickend.Eine Konsequenz des Baha i-Glaubens ist ein entschiedenes soziales Engagement. Haleh Arbab, Vertreterin der Internationalen Baha i-Gemeinde in Haifa: "Bei unserer Religion geht es hauptsächlich um die geistige Wandlung des Einzelnen und auch um die gesellschaftliche Neugestaltung - es ist eine Religion, für die beides wichtig ist....Wir als Baha i entwickeln uns zu geistigen Menschen, indem wir die Heiligen Schriften lesen, meditieren, an uns selbst arbeiten, aber auch, indem wir für die Gesellschaft tätig sind - und das vor allem durch den Dienst an Anderen." In über 900 großangelegten, nachhaltigen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsprojekten in aller Welt, darunter auch 500 Schulen, soll das umgesetzt werden. Die Baha i sind davon überzeugt, in ihrer Religion den Kern und die Sehnsucht aller Religionen vereint zu haben. Sie verstehen sich als Fortsetzung der bereits vorhandenen Religionen. Vielleicht auch als deren Erfüllung. Und sie glauben, dass die göttliche Offenbarung weitergehen wird. Die "eine Wahrheit" gibt es für sie nicht. Die Aufgabe des Menschen ist es, weiter zu lernen und sich verantwortlich für die Zukunft der Menschheit einzusetzen. Und so arbeiten sie alle für Baha u llahs Versprechen: "Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger." |
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