Führerkult und Größenwahn - Das Parteitagsgelände in Nürnber |
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| Beschreibung: Auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg erinnert die Ruine von Hitlers Tribüne an die bombastischen Aufmärsche, die hier während der nationalsozialistischen Reichsparteitage inszeniert wurden. Es ist eines der wenigen Relikte der Ära von Hitlers Lieblingsarchitekt Albert Speer. "Selbst die Pyramiden", so prophezeite Hitler seinem Protegé, werden "zurücktreten gegenüber den Betonmassen und Steinkolossen, die ich da errichte. Ich baue für die Ewigkeit", betonte er, "denn wir sind das letzte Deutschland." Nur 65 Jahre nach dem Ende des "Tausendjährigen Reichs" sind Teile der Anlage baufällig. Wind und Wetter, aber auch Rockkonzerte und Autorennen haben vor allem die Hitler-Tribüne auf dem Zeppelinfeld in Mitleidenschaft gezogen. Weil herabfallende Steine neugierige Touristen gefährden, wurden dort inzwischen Absperrungen errichtet. 70 Millionen Euro würde die Instandsetzung kosten. Soll den nachfolgenden Generationen das "braune Erbe" so viel wert sein, fragen sich viele? Dagegen fordern namhafte Experten ausdrücklich den Erhalt des Geländes als Mahnmal für die Verbrechen in deutschem Namen. Es gibt Indizien dafür, dass Hitler sich bereits 1929 entschieden hat, Nürnberg zur "Stadt der Reichsparteitage" zu machen. Es war in den Zwanziger Jahren die antisemitischste Stadt in Europa. Hinzu kam, dass Nürnberg als Symbol der Größe des deutschen Kaiserreichs im Mittelalter galt, und es war ein traditioneller Austragungsort für politische Versammlungen. All das versuchten die Nationalsozialisten propagandagerecht für sich zu vereinnahmen als sie an der Macht waren. "Bauten, wie sie seit vier Jahrtausenden nicht mehr entstanden sind" Im Laufe eines Parteitages von acht Tagen kamen zwischen einer Millionen und anderthalb Millionen Menschen nach Nürnberg. Die Reichsparteitage waren für die Nazis unverzichtbar, weil sie ein Mal im Jahr der Ort der Selbstinszenierung des Regimes gewesen sind - mit einem gigantischen Propagandaapparat, mit Broschüren und Büchern, mit Radioaufnahmen und Filmen. Höhepunkt war zweifelsohne "Triumph des Willens" von Leni Riefenstahl. "Ihr Mann wird für mich Bauten errichten, wie sie seit vier Jahrtausenden nicht mehr entstanden sind", hatte Hitler Speers Ehefrau Margret anvertraut. Und er erklärte seinem Architekten, dass er baue, "um seine Zeit und ihren Geist der Nachwelt zu überliefern". Noch heute ist in Nürnberg zu sehen, dass die Anlage megalomanische Ausmaße haben sollte. Der einzelne Mensch war in diesen Arealen ein Nichts, ein winziges Ornament. Diese Staats- und Parteitagsarchitektur sollte nach Meinung von Historikern auch ein Symbol dafür sein, dass Hitler die Weltherrschaft erringen wollte. SPIEGEL-TV-Autor Michael Kloft hat seltene Filmaufnahmen und eindrucksvolle Fotos von den Bauarbeiten und den Parteitagen gesichtet. Ein bislang unbekannter Amateurfilm zeigt das Gelände 1936 sogar in Farbe. Ein Zeitzeuge berichtet über die Atmosphäre während der Parteitage. Propagandaaufnahmen dokumentieren den beispiellosen Führerkult. In der Asservatenkammer des Dokumentationszentrums fanden sich "Führernippes" und skurrile Pläne für die Gartengestaltung. |
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