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Raus auf die Straße! Jugend zwischen Protest und Randale

 
Raus auf die Straße! Jugend zwischen Protest und Randale
Typ: Dokus
Genre: Doku
Eintragsdatum: 04.05.2010
Sprache:
Anti-Leech: Unbekannt
Seeder: Unbekannt
Leecher: Unbekannt
Heruntergeladen: Unbekannt
Eingetragen von: Salem
 
Beschreibung:
Erbitterte Straßenkämpfe neben feuchtfröhlichen Frühlingsfesten, verstaubte Gewerkschaftsaufzüge und sinnentleerte Polit-Randale - am 1. Mai zeigt sich die deutsche Protestkultur in all ihrer Widersprüchlichkeit, in ihrer Vielfalt ebenso wie in ihrem Verfall.

Was einst als internationaler Kampftag der Arbeiterbewegung die Massen auf die Straße brachte, präsentiert sich heute als Feiertag erlebnisorientierter Jugendlicher, an dem die Ästhetik des Widerstands zum Tanz vor der brennenden Barrikade verkümmert.

"Warum muss ständig ein Auto brennen, das ist so oldschool" (Julia Hummer)

"Ich glaube, der 1. Mai ist so ein Tag, wo viele glauben, dass man sich das mal trauen darf, das Gewaltmonopol des Staates herauszufordern", sagt Marek Dutschke, Grünen-Politiker und Sohn des Studentenführers Rudi Dutschke. "Warum muss ständig ein Auto brennen", fragt sich Schauspielerin Julia Hummer, "das ist so oldschool!" Von ihrer früheren Kreuzberger Wohnung aus hatte sie bei den Mai-Krawallen stets einen Logenplatz. "Eine gewisse Grenzüberschreitung darf passieren", sagt sie, "man sollte sie aber stilvoll, intelligent, witzig machen."

Die vierstündige Dokumentation zeichnet ein Kaleidoskop deutscher Protestkultur, das die Anti-Atom-Kämpfe in Gorleben oder die Globalisierungsproteste in Heiligendamm ebenso umfasst wie die Versuche der extremen Rechten, eine braune Jugendbewegung in der ostdeutschen Provinz zu etablieren. Der Film spannt einen zeitgeschichtlichen Bogen von den Straßenkämpfen der Weimarer Republik über die 68er-Revolte bis in die Gegenwart eines rastlosen Kapitalismus, der in einer seiner schwersten Krisen steckt und doch alternativlos zu sein scheint.

"Das System ist im Arsch" (Schorsch Kamerun)

"Ich wundere mich, dass die Protestkultur so vor die Hunde gegangen ist, dass die Menschen nicht schon längst zu Tausenden auf der Straße sind", beklagt etwa der Entertainer und Autor Rocko Schamoni. "Ich habe das Gefühl, es gibt keinen besseren Anlass als zum jetzigen Zeitpunkt." Klare Worte findet Theaterregisseur Schorsch Kamerun: "Ich würde mal deutlich sagen, das System ist im Arsch. Dann treten wir dem System doch auch mal in den Arsch - ich glaube, es ist soweit! Und nicht: Alle haben Angst und wir hoffen, dass es irgendwie weitergeht, dass dieser Kack-Kapitalismus mal zusammenbricht. Es wäre an der Zeit, schauen wir doch mal, was kommt! Ich bin dafür!"

"Der 1. Mai ist für mich der historisch wichtigste Termin, weil mich da meine Frau flachgelegt hat" (Max Tidof)

Doch der Rückzug ins Private, die Abkehr vom Kampf auf der Straße scheinen unaufhaltsam. Privates statt Protest - Schauspieler Max Tidof bringt es auf den Punkt: "Der 1. Mai ist für mich der historisch wichtigste Termin in meinem Leben, weil mich da meine Frau flachgelegt hat." Und so ist es kein Zufall, dass ausgerechnet die Loveparade die größte Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik bleibt. Ein Techno-Zug unter dem Motto "Friede, Freude, Eierkuchen", etabliert als Symbol eines selbstverliebten Hedonismus. Ein Event für Millionen, dessen politische Dimension DJane Marusha betont: "Ich fand die Loveparade als Demonstration für ein neues Deutschland sehr wichtig - dass man zeigt, dass man auf unserem Grund und Boden etwas installieren kann, was die Welt vereint unter dem gemeinsamen Nenner der Musik. Die Menschen haben geschwiegen, aber die Musik für sich sprechen lassen."

"Vielleicht klebt man den Moslems bald einen Halbmond auf die Brust" (Xavier Naidoo)

Doch die Unbeschwertheit der 90er Jahre ist dem neuen Jahrtausend verloren gegangen und einem Klima der Angst gewichen. Seit den Anschlägen des 11. September ist der Kampf gegen den islamistischen Terror das zentrale Leitmotiv, dem Bürgerrechte geopfert werden und der die offene, freiheitliche Gesellschaft zu untergraben droht.

Deutsche Soldaten stehen in Afghanistan, ein Einsatz, der von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird, aber gegen den es kaum öffentlichen Protest gibt. "Die wahren Gründe, in Afghanistan tätig zu sein, sind nicht humanitäre Einsätze, um den Menschen da Frieden und Demokratie zu bringen", glaubt Sänger Xavier Naidoo, "sondern den Iran einzukesseln, um irgendwann an dieses Öl zu kommen." Naidoo beklagt eine sicherheitspolitische Hysterie: "Die Moslems werden jetzt an jedem Checkpoint durchsucht und auf den Kopf gestellt, vielleicht klebt man ihnen bald mal einen Halbmond auf die Brust. Das ist eine Entwicklung, die ist mir sehr zuwider, ich denke manchmal, ich bin im falschen Film."

"Die Arbeiterfrage kommt wieder!" (Heiner Geißler)

Die Finanzkrise hat den weltumspannenden Kapitalismus in eine tiefe Krise gestürzt. Das Versagen der Finanzakrobaten kostete Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz und ihren Wohlstand. Mit den Märkten ist auch das Vertrauen in die segenbringende Wirkung des Kapitalismus zusammengebrochen. Doch obwohl die soziale Ungleichheit stetig wächst, bleibt es im Lande erstaunlich ruhig. "Den sozialen Frieden im Lande erkaufen wir uns dadurch, dass wir 15 Prozent der Bevölkerung ruhig stellen durch Sozialhilfe", sagt ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. "Eine ganz zynische Herangehensweise, furchtbar!" Vielleicht ist es aber auch nur eine Frage der Zeit, bis die Zurückgelassenen in Massen auf die Straße gehen. "Die Arbeiterfrage kommt wieder", ist jedenfalls die Überzeugung des CDU-Querdenkers Heiner Geißler. "Wenn die nächste Blase platzt, dann wird die Sache noch dramatischer. Die Arbeiter werden wieder Arme werden, weil sie ihren Job verlieren. Dann kann natürlich der 1. Mai wieder die alte politische Brisanz bekommen!"

Wofür lohnt es sich heute noch, auf die Straße zu gehen? SPIEGEL TV hat Prominente und Politiker, Polizisten und Polit-Clowns gefragt: zu ihren persönlichen Demonstrationserfahrungen, der Wichtigkeit demokratischer Teilhabe und dem Reiz des Aufruhrs. Zu den Interviewten zählen, neben vielen anderen, Popstar Xavier Naidoo, CDU-Urgestein Heiner Geißler oder ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.
 
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Download: (einem Freund weitersagen)
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Sonstiges:
Versions-Info: Mega-Doku: 2 Stunden 30 Minuten
Sektion: TV - Dokus
Sprache: Deutsch
Format: DivX/XviD
Bild: dTV-Rip
Ton: dTV-Rip
Passwort: www.torrent.to


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