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ZDF Reportage: Der Amoklauf von Winnenden

 
ZDF Reportage: Der Amoklauf von Winnenden
Typ: Dokus
Genre: Doku
Eintragsdatum: 05.12.2009
Sprache:
Anti-Leech: Unbekannt
Seeder: Unbekannt
Leecher: Unbekannt
Heruntergeladen: Unbekannt
Eingetragen von: Salem
 
Beschreibung:
Der Amoklauf eines 17-Jährigen schockte nicht nur die Kleinstadt Winnenden im Rems-Murr-Kreis, sondern hält die Nation in Atem und löst allerorten Betroffenheit aus. Die Reportage macht sich auf die Spurensuche im Internet.

Gegen 9.30 Uhr am Mittwoch betrat der 17-Jährige Amokläufer die Albertville-Realschule in Winnenden. Im schwarzen Kampfanzug lief er in zwei Klassenräume, erschoss neun Schülerinnen und Schüler und drei Lehrerinnen. Auf seiner Flucht tötete er drei Passanten und nahm sich schließlich das Leben.

Warum? Was machte einen jungen Mann aus gutbürgerlichen Verhältnissen zum vielfachen Mörder? Beispiele aus der Vergangenheit zeigten, dass die Täter oft schon vor ihren Amokläufen Spuren im Internet hinterließen, Hinweise zum ausgewählten Tatort gaben. Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech informierte die Öffentlichkeit bei einer Pressekonferenz einen Tag nach dem Amoklauf darüber, dass dies auch in Winnenden der Fall gewesen sei. Doch die Behörden waren - wie sich später herausstellte - offenbar Fälschern auf den Leim gegangen.

Ein dementierter Chat

Innenminister Rech verkündete: In einem Chatraum habe der 17-Jährige einem Gesprächspartner geschrieben: ?Scheiße, Bernd, es reicht mir. Ich habe dieses Lotterleben satt. Alle lachen mich aus, niemand erkennt mein Potenzial an.? Er werde ?morgen? Ernst machen und zu seiner Schule gehen, um dort ?gepflegt zu grillen?. ?Ihr werdet morgen von mir hören, merkt euch nur den Namen des Ortes Winnenden?, schrieb er weiter. Nach der Tat meldeten sich zwei Personen bei den Behörden, die den Chateintrag gesehen haben wollen.

Die Betreiber der Seite, auf der der Chat stattgefunden haben soll, dementierten bald nach der Pressekonferenz des Innenminister: ?Leider wird unser winziger Server mit dem momentanen Ansturm nicht fertig. Es gibt allerdings auch gar nichts zu sehen, da die deutsche Presse sich bedauerlicherweise (vermutlich nicht zum ersten Mal) von einer Fälschung hat täuschen lassen. Hier wurde kein Amoklauf angekündigt, es gibt hier nur Leute, die mit Photoshop umgehen können.? Die Seite www.krautchan.net wurde über Nacht weltbekannt. Sie orientiert sich an einem US-amerikanischen Vorbild, einer Plattform, auf der Medien durch Fälschungen gezielt in die Irre geführt werden sollen.

Spurensuche im Internet

Nun werden Vorwürfe laut, die Behörden hätten den Chateintrag zu schnell für echt befunden. Innenminister Rech ist zwar gewiss nicht für die Panne verantwortlich, befindet sich jetzt aber in einer misslichen Lage. Vor allem auch, weil die Bilder von der Pressekonferenz in Erinnerung bleiben, wo er den unter Chattern gängigen Begriff ?lol? (steht für ?laughing out loud?, deutsch: laut lachen), mit dem der fingierte Gesprächspartner die Aussagen des angeblichen Amokläufers kommentierte, ablesen musste und so unfreiwillig klar machte, dass ihm die Welt des Internets und der Chats dann doch sehr fremd ist.

Das Beispiel zeigt aber vor allem, wie schwierig es ist, dem Internet fundierte Erkenntnisse zu entlocken. Die Chronologie der Spurensuche im Internet am Tag des Amoklaufs: Etwa ab 10.30 Uhr gaben die Agenturen erste Eilmeldungen heraus. Um die Mittagszeit meldeten sich die ersten User über die webbasierten sozialen Netzwerke wie StudiVZ, Facebook, wer-kennt-wen oder Twitter. Ein junger Mann, der in der Nähe des Tatorts wohnt, schrieb ins Forum einer Gruppe im StudiVZ, die auch noch ?Winnenden, Stadt der Spinnenden? heißt: ?Der Täter ist bekannt. Ich hab? noch nie so viel Polizei gesehen. Man, man?wer hätte das gedacht. Es kennen sich doch alle irgendwie in Winnenden. Das wird noch weite Kreise ziehen? leider.?

Googlen mit dem Klarnamen

Viele junge Leute, die zwar nicht in der unmittelbaren Umgebung leben, aber trotzdem ihr Mitgefühl ausdrücken wollten, meldeten sich zu Wort, wie dieser 22-Jährige: ?Ich bin in Gedanken bei den Angehörigen der Toten. Ich wohne zwar in Sachsen, aber es macht einen mit betroffen. Ich hoffe, dass keiner von euch, oder die ihr kennt, direkt betroffen sind.? Die Internetseite der Albertville-Realschule war zu diesem Zeitpunkt schon längst gesperrt.

Im Online-Auftritt einer großen Tageszeitung war schon früh der volle Name des Amokläufers zu lesen. Alles weitere ließ sich schnell googeln: Der Täter spielte Tischtennis, wird auf einigen Ranglistenturnieren namentlich geführt. Fotos zeigen den Amokläufer als glücklichen Sieger eines Turniers mit Pokal in der Hand. Anhand des Vereinsnamens ließ sich auch der Wohnort des 17-Jährigen einkreisen. Die Suche im Telefonbuch spuckt zwei Treffer mit dem Familiennamen aus. Einer der Namen taucht im Zusammenhang mit einem Schützenverein auf: Es könnte der Vater des Täters sein, so wäre er als Jugendlicher so einfach an Schusswaffen gekommen. Später werden sich diese Hinweise bestätigen.

Bilder zuerst im Internet

In den Foren schossen die Spekulationen ins Kraut. Es wurden Links von angeblichen Profilen des Täters veröffentlicht. Auf dem Netzwerk MySpace gibt es das Profil eines gleichnamigen Jungen, sein Bild: Die Zeichnung einer Waffe, Geld und Blut im Hintergrund. Aber er kommt aus Hessen, nicht aus Baden-Württemberg, ist 18 Jahre alt und nicht 17. Ein junger Mann, der ein Profil auf Facebook hat und zufällig ein Namensvetter des Täters ist, wurde plötzlich als der Amokläufer von Winnenden bezeichnet. Das Foto zeigt jedoch einen deutlich älteren jungen Erwachsenen.

StudiVZ reagierte gegen 15 Uhr und sperrte einige Gruppen, zum Beispiel ?Albertville-Realschule Winnenden?. Auf YouTube und per Links über Twitter wurden die paar Bilder veröffentlicht, die es vom Täter gibt, lange bevor sie in den Sondersendungen der Fernsehsender zu sehen waren.

Fragen bleiben offen

Die Online-Spurensuche zeigt: Das Internet liefert Informationen, leider auch falsche, viele Spekulationen, bietet Betroffenen und Mitfühlenden Raum, sich auszutauschen, Mitleid zu bekunden oder zu diskutieren. Aber viele Fragen bleiben offen.
 
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Download: (einem Freund weitersagen)
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Sonstiges:
Sektion: TV - Dokus
Sprache: Deutsch
Format: DivX/XviD
Bild: dTV-Rip
Ton: dTV-Rip
Passwort: www.torrent.to


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